Konzertbericht: The Franz Mayer Experience – Auftakt 50 Jahre Übelmesser

»Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier nochmal herkomme. Eigentlich hatte ich damit schon abgeschlossen«, eröffnete Alex Köberlein den Abend vor 180 Gästen im restlos ausverkauften QLTourRaum Übelmesser. Die Stimmung im Saal war elektrisierend – nicht nur, weil der offizielle Auftakt zum Jubiläumsjahr »50 Jahre Übelmesser« zu feiern war, sondern auch, weil Köberlein genau hier schon 1978 zum ersten Mal auf dieser Bühne stand – damals noch mit Grachmusikoff.

Wir hätten deutlich mehr Tickets verkaufen können; der Andrang war immens. Ebenfalls im Publikum war ein Großteil des eigen eingeladenen Heubacher Gemeinderats – ein Dankeschön des Vereins für 50 Jahre Unterstüzung.

Dass Köberlein, der genau an diesem Ort 2017 mit Grachmusikoff Abschied vom Musikerleben nahm, hier sein Comeback feierte, lockte auch zahlreiche langjährige Fans an. Kulturell ausgedürstet von den Corona-Jahren hatte es Köberlein, wie er dem Publikum verschmitzt berichtete, zurück in die Szene gezogen: In einer »verratzten Kulturkneipe«, ähnlich wie damals in Glems, wurde er durch Zufall dem Bassisten Ralf Trouillet vorgestellt – der Funke sprang sofort über.

Das Alleinstellungsmerkmal der Franz Mayer Experience: Rock- und Popklassiker in schwäbischer Übersetzung. Augenzwinkernd erklärt Köberlein im besten Grachmusikoff-Stil, dass eigentlich alle Klassiker – ob von den Rolling Stones, Pink Floyd oder Men At Work – ursprünglich schwäbisch seien und erst später »ins Englische rückübersetzt« wurden. Seine ironischen Anekdoten, teils tiefgründig, teils voller Schalk, sorgen für ständige Schmunzler im Publikum.

Direkt nach den ersten Takten ist klar: Hier steht keine Nostalgietruppe auf der Bühne, sondern ein spielfreudiges Quintett mit erkennbarer Liebe zum Detail – und zum eigenen Humor. Das Programm umfasst über siebzehn Titel quer durch die Rock- und Popgeschichte, präsentiert in kernigem Schwäbisch. Köberlein beginnt etwa mit der augenzwinkernden Behauptung, Deep Purple, Pink Floyd und Jimi Hendrix hätten »ihre Songs natürlich nur aus dem Schwäbischen geklaut«.

Die Interpretationen sind dabei voller Witz und echten musikalischen Glanzlichtern: Ob schwäbisch-melancholische Passagen in »Weiler Wies« (frei nach „Baker Street“), ironische Abgesänge wie »Land do onda« (bekannt als „Down Under“) oder hymnisches Mitsingen bei »Oinr isch emmer dr Arsch« – das Publikum im QLTourRaum geht begeistert mit.

Die musikalische Bandbreite ist beeindruckend. Neben Köberlein als Sänger, Altsaxofonist und Querflötist glänzen die »vergleichsweise jungen« Kollegen: Ralf „Schuss“ Trouillet am Bass überzeugt mit präzisen, groovigen Lines, Steff Hengstler an den Tasten liefert atmosphärische Soundteppiche und Matze Reimann begeistert mit ausdrucksstarken Gitarrensoli. Drummer Joo Aiple sorgt für das verlässlich kraftvolle Fundament.

Die Bühnenpräsenz Köberleins bleibt auch mit 74 Jahren ungebrochen. Er nutzt seine Moderationen für eine augenzwinkernde Lektion in schwäbischer Musikgeschichte. Immer wieder nimmt er den Mythos aufs Korn, dass Welthits weltweit nur durch die Übersetzung schwäbischer Originale entstanden seien. So wird zum Beispiel „Rebel Yell“ zu „Rebellio em Stadion“ und Gerry Raffertys

Die Stimmung im QLTourRaum ist von Anfang an ausgelassen – zwischen Generationen, Vereinsvorsitzenden, Urgesteinen des Vereins und eigefleischten Köberlein-Fans. Gläser klirren, es wird gejohlt, geschunkelt und getanzt. Der Raum ist bis auf den letzten Platz gefüllt, Gäste teilen sich Stehtische, und sogar auf den Fensterbrettern sitzen Zuhörer.

Das Publikum feiert besonders traditionelle Mitsing-Nummern: Bei „Ghost Riders in the Sky“ erhebt sich ein vielstimmiges „Jippieioo, jippieiee“, „Land do onda“ wird als schwäbisches Down-Under gleich zum Volkslied erklärt, bei „Drägglacha Blues“ und „Die Sach am See“ schallen die Refrains durchs Haus. Vom ersten Ton bis zur letzten Zugabe ist klar: Köberlein und die Franz Mayer Experience bleiben tief mit Band-Tradition, schwäbischer Identität und dem Anspruch, die Popgeschichte in origineller Weise heimzuholen, verwurzelt. Das Publikum dankt es ihnen mit Begeisterungsstürmen, Standing Ovations und einer ausgelassenen, musikalischen Heimkehr ins Schwäbische.

Der Konzertabend im QLTourRaum bekräftigt: Die Verbindung von schwäbischer Tradition und internationaler Rockgeschichte lebt. Das Publikum verlässt mit glänzenden Augen, heiser vom Mitsingen und mit dem sicheren Gefühl, etwas Einmaliges erlebt zu haben.

QLTourFest 2025

Was war das bitte für ein Wochenende?

Bei strahlendem Sonnenschein kamen rund 120 Gäste in dielegendäre Stellung in Heubach, um gemeinsam Musik, Gemeinschaft und sommerliche Festivalatmosphäre zu erleben. Doch der Tag brachte nicht nur Sonnenschein – auch die wilde Natur hatte einen unverhofften Auftritt.

Während das Festival zunächst unter besten Wetterbedingungen glänzen konnte, zogen später die Ausläufer eines Gewitters durch. Besonders aufregend wurde es, als das Mischerzelt, das im angrenzenden Wald aufgebaut war, vom Wind regelrecht „rausgepflückt“ wurde. In bewundernswerter Gemeinschaftsaktion schritten Gäste, Helfer und Musiker ein, um zusammen das Zelt zu bergen und vor Ort provisorisch zu reparieren.

In der Zwischenzeit hielt das Team hinter der Theke im Zelt die Gäste mit Kaltgetränken und Dosenmusik bei Laune – danke, dass keiner heimgegangen ist.

Diese spontane Zusammenarbeit zeigte den großartigen Teamgeist, der das QLTourFest auszeichnet. Gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt waren nicht nur Worte, sondern wurden von allen Beteiligten gelebt. Nach erfolgreicher Reparatur konnte das Festival voller Elan fortgesetzt werden.

Musikalische Highlights

Der Abend bot ein breites Spektrum musikalischer Genüsse, von mitreißendem Rock Blues Cover bis hin zu Alternative- und Indie-Klängen. Auf der Bühne standen drei beeindruckende Acts:

  • Blues Unchained, die mit ihren klassisch-bluesigen Klängen das Publikum verzauberten,
  • Boom or Bust, die mit energiegeladenem Sound die Stimmung auf die nächste Ebene brachten, und
  • The Last Bash, die den Abend mit einem furiosen Abschluss krönten.

Die Bands begeisterten nicht nur musikalisch, sondern lieferten ihre Performances gegen Spenden – ein großer Dank geht an sie für ihr Engagement und ihre Hingabe.

Danke an das Team

Ein Festival dieser Art ist ohne die helfenden Hände undenkbar. Der Dank gilt allen Helfern, dem Mischerteam, dem Lichtmischer und natürlich den tatkräftigen Unterstützern vor Ort. Dank euch allen wurde das QLTourFest ein unvergesslicher Tag, trotz Wind und Wetter.

Wir wollens ja immer gar nicht so deutlich aussprechen, aber man kanns halt auch nicht ignorieren. Und leugnen auch nicht, es hat sich schon ein bisschen UD-Feeling breit gemacht.

Mit viel Musik, großem Zusammenhalt und einer ausgelassenen Feier wurde das QLTourFest 2025 zu einem wahren Highlight in Heubach. Wir freuen uns schon jetzt auf alles, was die zukünftigen Jahre bringen werden!

Rock on!

Hier geht’s zu Boom or Bust

Hier geht´s zu The Last Bash

Renovierungsupdate

Die BauÜgelGruppe (das Renovierungsteam des QLTourRaum Übelmesser e.V.) freut sich, den Abschluss der Renovierungsarbeiten im QLTourRaum bekanntzugeben.

Nachdem im Frühjahr bereits umfassende Arbeiten an den Wänden und vorbereitend an der Decke durchgeführt wurden, standen nun der Boden und die Fertigstellung der Decke im Mittelpunkt der Modernisierung. Der erste Schritt in der aktuellen Renovierungsphase war der neu gegossene Industrieboden, der nicht nur durch seine langlebige Qualität besticht, sondern auch optimal an die Anforderungen von Events und intensiver Nutzung angepasst ist. Die Arbeiten am Boden wurden von einer Fachfirma durchgeführt, um höchste Präzision und Sicherheit zu gewährleisten.

Ein großes Highlight ist unsere Decke, die ein umfassendes Upgrade erfahren hat. Mit einer neuen Schalldecke wird der Sound im Raum erheblich verbessert, was nicht nur den Hörgenuss für unsere Gäste, sondern auch die Akustikbedingungen für auftretende Bands und Künstler steigert. Diese Maßnahme optimiert das Klangerlebnis und stellt sicher, dass die Klangqualität den hohen Ansprüchen der Interpreten und Zuhörer gerecht wird.

Zur weiteren Verbesserung der Akustik und als ergänzendes Designelement wurde ein Vorhang an der Wand gegenüber der Bühne angebracht. Dieses Detail sorgt für eine zusätzliche Klangoptimierung und trägt zu einem insgesamt harmonischen Raumgefühl bei.

Besonders stolz sind wir auf den hohen Grad an Eigenleistung unserer Vereinsmitglieder. Mit großem Engagement und Fachwissen haben wir den Großteil der Renovierungsarbeiten selbst übernommen. Dieses Gemeinschaftsprojekt zeigt einmal mehr den starken Zusammenhalt und die Motivation innerhalb „vom Übel“, unseren QLTourRaum kontinuierlich zu verbessern.

Zu großem Dank verpflichtet sind wir außerdem den Firmen

  • A. Baumann & Sohn, Heubach, für die kostenfreie Überlassung des notwendigen Arbeitsgerüsts während der gesamten Umbauphase; www.baumann-heubach.de
  • Zitzmann Bauwerkschutz GmbH, Leinzell, für die perfekte Kommunikation bezüglich der durch uns notwendigen Vorarbeiten sowie die Unterstützung mit Maschinen auch außerhalb der angebotenen Leistung
  • Metallbau & Schlosserei Hartmann, Durlangen, für die Spende der drei eigens für uns angefertigten Vorhangstangen
  • ar.fliesen.art, Bartholomä, für kostenlos tatkräftige Unterstützung beim Verlegen der Fliesen im Bereich hinter der Theke
  • MZ Lederwerkstatt, Bargau, für die gratis, zügig mal Nebenherkonfektionierung des Vorhangmaterials; www.mz-leder-sattlerwerkstatt.de/
  • Pauls Metallbau, Göggingen, für die Lichtabdeckung unserer Kickerbeleuchtung.
  • Guido Benkart, für die Beratung bzgl. der akustischen Verbesserungsmaßnahmen
  • Bau- und Möbelschreinere Geissler, Heubach für die neue Arbeitsfläche hinter dem Tresen

Selbstverständlich wurden alle Maßnahmen im Hinblick auf höchste Sicherheitsstandards durchgeführt. Dies stellt sicher, dass alle Besucher und Künstler sich im QLTourRaum jederzeit wohl und sicher fühlen können.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, den frisch renovierten QLTourRaum selbst zu erleben und sich von den Verbesserungen und der einladenden Atmosphäre zu überzeugen. Zum Beispiel bei kostenlosem Eintritt bei der Spätschicht am 02.10.; es
spielt ab 20 Uhr die Cover Rock Band Ratatoui.

Weitere Informationen zu kommenden Veranstaltungen (10. Heubacher Zappa Nacht am 19.10., Space Truckin´ am 02.11., Streetlight und Watch am 09.11.) finden Sie auf unserer Website www.qltourraum.de oder direkt bei unseren Vereinsmitgliedern vor Ort jeden Donnerstag beim Stammtisch.


Das Übel verbindet Menschen, Musik und Kultur – und das nun in einem noch
besseren Umfeld!

Ein Stück Geschichte

So, wir han ihn raus…

In nächster Zeit könnt ihr euch ein Stück des Bodens der für manche, in der Jugend, oder auch darüber hinaus, sowas wie die Bretter der Welt bedeuteten, sichern.

Wilde Zeiten, Konzerte, große Feste Veranstaltungen aller Art. Erste Lieben und was ihr nich so alles hierauf erleben durftet…

25 von euch können sich ein Stück/Plättle Übelboden für einen Zuschuß für ein Getränk eines Abrisshelfers in Höhe eines Euros sichern.

Eine tolle Erinnerung, Geschenk, Absurdität… Und ne Hilfe für uns. Kann man ja mal machen.

Sommerpause und Renovierungsarbeiten im Übel

Hallo liebe Mitglieder, Freunde und Interessierte. Der geneigte Besucher hat es vielleicht schon gemerkt: Wir sind mitten in der Renovierungsphase. Die Wände haben einen neuen Anstrich bekommen und die Wandbilder mit den Tänzern sind aufgefrischt. Außerdem bekommen wir eine neue Akustikdecke für einen optimaleren Sound.

Ab Montag, den 27.05 bis voraussichtlich Mittwoch, den 18.07. geht es in die heiße Phase. Denn nach jahrzehntelangem Ringen haben wir von der Stadt Heubach nun das Go für einen neuen Boden bekommen. Damit werden wir allen Erfordernissen an Sicherheit, Komfort und Optik gerecht und passen das Ambiente an die Qualität unserer Bands an.

Der Boden wird selbstverständlich von einer Fachfirma eingebracht. Aber die umfangreichen Vorarbeiten müssen von uns geleistet werden.

Was heißt das für die Helfer? Alle beweglichen Gegenstände müssen ausgeräumt und der Rest staubsicher verpackt werden. Anschließend werden mit der Hand am Arm – beziehungsweise dem Bohrhammer – die alten Fliesen entfernt.

Was heißt das für unsere Gäste? Es wird sich fast nichts ändern. Der Donnerstagsstammtisch wird bei trockenem Wetter in den Innenhof verlegt. Nur wenn es schüttet wie aus Kübeln müssen wir leider darauf verzichten – oder uns unter den Sonnenschirm verziehen. Und wenn die Sommerpause vorbei ist, sind wir mit dem Renovieren fertig. Die ersten Konzerte für den Herbst sind schon in Planung.