Breakfast mit Fred Händl

Und weil echte Freaks nie genug kriegen,
… lässt es sich unser Freund Fred Händl nicht nehmen, zum Abschied von der Heubacher ZappaNacht uns allen nochmal die ( Freuden- ) Tränen aus dem Säckle zu kitzeln.
Fred Händl
… wurde 1972 in Bliesdorf, Deutschland, geboren, aber die Familie zog bald nach Eindhoven in den Niederlanden. Aufgewachsen in einem musikalischen Haushalt, dauerte es nicht lange, bis Freds Neugier ihn zu dem Klavier im Wohnzimmer führte. Aus spielerischem Ausprobieren wurde bald ernsthaftes Lernen, das ihn auf einen Weg brachte, auf dem Musik zu seiner Berufung wurde.
In den 1990er Jahren beschloss Fred, seine Leidenschaft für Musik auf die nächste Stufe zu heben, indem er sich am Konservatorium Tilburg für das Fach „Jazz und Populäre Musik“ unter anderem bei Willem Kühne einschrieb. Dort erweiterte sich sein musikalisches Repertoire von Kindheitsliedern hin zu komplexen Jazzkompositionen. Später führte ihn sein Interesse an den psychologischen Effekten von Musik dazu, Musiktherapie an der De Kopse Hof in Nijmegen zu studieren.
Nach dem Studium packte Fred seine Koffer, um die Welt zu erkunden – und genau das tat er! Er reiste durch Nord- und Südamerika sowie (Ost-)Europa. Diese globalen Abenteuer waren eine große Inspirationsquelle für seine Musik. 2006 jedoch beschloss Fred, sesshaft zu werden, und fand in Den Haag ein neues Zuhause.
Freds Liebe zum Unterrichten begann bereits in seiner Kindheit, als er seinen Freunden beibrachte, verschiedene Lieder am Klavier zu spielen. Diese Begeisterung für das Weitergeben von Wissen setzte sich im Erwachsenenalter fort. 2008 wurde er Vollzeit-Klavierlehrer, und 2015 eröffnete er schließlich sein eigenes Studio – The Yellow Hippo Studios –, in dem er Schüler aus allen Lebensbereichen willkommen heißt. 2021 wurde er Mitglied der EPTA Niederlande (European Piano Teachers Association).
Fred ist nicht nur Lehrer, sondern auch Performer. Seine Bühnenkarriere als Interpret von Frank Zappas Musik begann 2014, als Mark McInnes ihn zu einem Vorsprechen für die Zappa-Tribute-Band Zappatika einlud. Trotz eines holprigen Vorsprechens verschaffte ihm Freds Entschlossenheit einen Platz in der Band. Als Mitglied von Zappatika stand Fred mit Frank-Zappa-Alumni wie Ike Willis, Jeff Hollie, Craig Twister Steward, Ed Mann und Denny Walley auf der Bühne. Der Auftritt bei der Zappanale 2015 mit fünf Zappa-Alumni war für den lebenslangen Zappa-Fan ein wahr gewordener Traum und ein Höhepunkt seiner Karriere.
2016 gründete er seine eigene Band Dr. Freddie’s Atomic Commotion und schloss sich dem in Seattle ansässigen Ensemble Z.E.R.O. für mehrere Auftritte von Zappas Musik in den USA und Europa an, oft gemeinsam mit legendären Künstlern wie Ike Willis, Jeff Hollie und Prairie Prince.
Freds Liebe zur Musik geht über das Unterrichten und Auftreten hinaus. 1996 veröffentlichte er sein erstes Solo-Klavieralbum „Moon and Stars and Moon And Stars And All That Jazz“ und produziert seither kontinuierlich Musik. Wie viele Musiker traf die Pandemie auch Fred hart, da alle seine Auftritte und Touren abgesagt wurden. Statt sich entmutigen zu lassen, steckte Fred seine Energie in die Musikproduktion. Er veröffentlichte „ZAPPA“, ein Album mit Solo-Klavierbearbeitungen von Zappa-Stücken, gefolgt von „Tovarishchi“, einem Album, das er als „Porträt unglücklicher Zeiten – Zeiten von Krieg und Zerstörung“ beschrieb. „Es ist ein Spiegel der Zeit und des Lebens, mit (und in) all seinen Aspekten. Schmerzhaft. Einsam. Ängstlich. Und traurig.“ Er veröffentlichte außerdem das Album „F“ und mehrere Singles, die alle auf seiner Bandcamp-Seite zu finden sind: fredhandl.bandcamp.com.
In den letzten Jahren ist Fred wieder auf Bühnen in ganz Europa aufgetreten. 2023 hatte er die Gelegenheit, zur Zappanale zurückzukehren, sowohl als Teil des „All New Frankly Don’t-Wop Duo“ als auch als Solokünstler. Im selben Jahr trat er bei Mosae Zappa mit dem neu gegründeten Trio HBH (Hollie, Beck, Händl) auf. Es folgten 2024 mehrere Solokonzerte in Europa. Später im Jahr wurde aus HBH das Jeff Hollie Quartet, das zweimal bei der Zappanale auftrat, wobei Fred auch bei der Abschiedssession performte. Mit weiteren geplanten Auftritten ist Freds musikalische Reise noch lange nicht zu Ende.
Ob im Unterricht in seinem Studio, auf der Bühne oder bei der Arbeit an neuer Musik – Fred bleibt so leidenschaftlich und begeistert wie eh und je. Es ist immer etwas los bei Fred Händl, dessen tiefe Liebe zur Musik und die weltweit geknüpften Freundschaften seinen Wunsch befeuern, seine Musik mit so vielen Menschen und an so vielen Orten wie möglich zu teilen.



